...ist ganz genau so, wie man es sich vorstellt.
Es beginnt schon mit der Ankunft auf dem „internationalen“ Aeroport von Ouagadougou. Wir, d.h. meine vier Mitfreiwilligen und ich, verlassen das Flugzeug. Es ist furchtbar heiß und der Schweiß macht sich binnen weniger Minuten an allen möglichen und unmöglichen Körperteilen bemerkbar. Es ist schrecklich. Insbesondere da ich den Gedanken nicht verdrängen kann, dass ich kein Mückenschutzmittel aufgetragen habe und dass der Schweißgeruch die Mücken anzieht. Mir ist sofort klar, dass dieses Jahr nicht ohne Malaria vergehen wird. Nervös zucke ich ab und zu mit den Waden, in der verzweifelten Hoffnung, dies könne die Biester vom Stechen abhalten. Doch spätestens am nächsten Morgen wird mir klar , dass sich diese Strategie als nicht sehr erfolgreich erwiesen hat. In den folgenden Tagen finde ich meine Beschäftigung daher darin, diverse in unserer WG vorhandene Mückenschutzmittel auf ihre Effektivität hin zu testen. Die Ergebnisse sind durchweg unbefriedigend. Glücklicherweise bringt die Hitze in diesem Land aber eine gewisse Lethargie mit sich. Mein Hirn schaltet schon nach wenigen Tagen auf Sparflamme und das Malariaproblem ist vergessen. Ich bin angekommen.
Das Haus, in dem sich die selbsternannte „Chiller-WG“ befindet (was an und für sich vollkommen unnötig ist, da man bei den klimatischen Bedingungen ohnehin nichts tun kann, was nicht in irgendeiner Form als chillig bezeichnet werden könnte), befindet sich relativ zentral in einem belebten Stadtteil von Ouagadougou. Dabei bezieht sich belebt weder auf die Kolibris, Eidechsen, Geckos oder Insekten, die hier zu unserer Ausstattung gehören, noch auf die Mangobäume oder Granatapfelbüsche in unserem Garten, sondern vielmehr darauf, dass wir mitten in der Marktstraße wohnen. Soll heißen: um unser Haus zu verlassen, müssen wir zwangsläufig durch den Markt gehen. Das ist praktisch, aber auch ganz schön laut. Überhaupt ist Ouagadougou ziemlich laut. Dazu noch stickig, staubig und schmutzig – ein Traum. Am Bequemsten lässt sich das aus dem Taxi heraus erleben. Der Duft nach Benzin, Motoröl und Abgas, begleitet vom Klappern des Taxis (je nach Taxi klappert etwas anderes, gerne auch mal das ganze Gefährt...) untermalt die Aussicht auf löchrige Lehmstraßen, improvisierte Boutiquen und Bars am Straßenrand, fliegende Händler und natürlich auf die Elektroroller, die so typisch für diese Stadt sind. Sie gehören all denen, die sich kein Auto leisten können, die für ein Fahrrad aber zu reich sind. Und das sind in Ouagadougou ziemlich viele, zumal man nicht einmal einen Führerschein braucht, um mit ihnen über die Avenues tuckern zu dürfen. Am authentischsten lässt sich die Stadt daher vom Moto aus erleben, chauffiert von einem Burkinabé, der die hiesigen Verkehrsverhältnisse (hoffentlich) verinnerlicht hat. Für alle weniger Abenteuerlustigen bietet das Taxi eine gute und billige Alternative, die an Erlebniswert nicht zwangsweise minderwertiger ist, insbesondere nicht in der Kombination 7 Personen – 2 Kühlschränke – 1 Peugeot 307, welche wir gleich an unserem zweiten Tag hier erleben durften. Ich erwähnte ja bereits: es ist genau so, wie man es sich vorstellt. Manchmal sogar noch ein bisschen mehr so. Und es ist wunderbar! Da das gerade am Anfang aber auch ganz schön anstrengend sein kann, haben wir uns, sozusagen als Gegenpart zum ouagalesischen Leben. hier unsere kleine Oase geschaffen: ein Haus, in dem wir abschalten können und in dem wir (nahezu) westlichen Standard genießen dürfen. Es geht uns allen sehr gut.
P.S. Da das Internet hier allerdings ebenfalls ganz genauso ist, wie man es sich vorstellt (und das heißt unzuverlässig und langsam), kann es manchmal ganz schön lange dauern, bis ich euch das hier in diesem Blog mitteilen kann. Ich versuche schon seit Tagen, diesen EIntrag hier zu veröffentlichen. Bitte macht euch keine Sorgen. Wie gesagt, es geht uns allen sehr gut.
Nachmittagsbeschäftigung
Der Markt vor unserer Haustür
Kathi auf unserer Terrasse



Hallo Patze!
AntwortenLöschenwie ich sehe geht es dir gut was man gut nennen kann.Chantal und ich gucken ab und zu mal rein ob du mal eine mail geschrieben hast.Bleib immer schön gesund und wir hoffen von dir bald mal wieder was zu hören.Schönen gruß von deinem Patenkind Chantal.Liebe Grüße vom rest.
Huhu Patricia!
AntwortenLöschenSchön, dass es dir in Burkina gefällt :-)
In Bruxelles ist es erstaunlich warm und ich liebe das Leben hier ;-) Ganz liebe Grüße JUDITH