2012-08-09

#Endzeit

Es geht dem Ende entgegen. Um genau zu sein, bleiben mir noch 2 Wochen und ein paar Tage. Da ist es für mich an der Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen. Doch bevor ich dazu komme, hier noch die Kurzform dessen, was seit dem letzten Eintrag passiert ist:

Das Schuljahr ging mit gewohnter Lässigkeit zu Ende. Nicht nur, dass den Lehrern die Puste ausging (ich hatte mich auf diesen Fall gefreut, da ich die Zeit nutzen könnte, um ein paar lustige Sachen mit den Kindern zu machen). Nein, die Schüler kamen auch nicht mehr zur Schule. Die Regenzeit hatte begonnen und fleißige Hände wurden nun im Feld gebraucht. Nun ja, ich radelte also mehr aus Alibi ab und an zur Schule. Man soll ja nicht sagen, die Volontärin käme nie. So verging also die Zeit bis zur Jahresabschlussfeier. Dort konnte ich wenigstens ein bisschen beitragen, indem ich mit den verbleibenden Kindern Girlanden bastelte und Bilder aufging, um ein bisschen Grundschulatmosphäre zu schaffen. Außerdem weiß man bei so einer Feier ja auch nie, was man sagen soll. Also traf es sich doch gut, dass wir über die Volontärin und ihre Aktivitäten reden können. Und zwar lang und breit. Mir war das Ganze superpeinlich, aber was sollte ich tun. Ein Lächeln aufsetzen, den obligatorischen geschenkten Saponé-Hut aufsetzen und mich an einer kleinen Dankesrede in Mooré versuchen (mit Spickzettel, versteht sich). Somit trug ich also weiterhin zur Erheiterung der Feier bei. Kurz und gut: alle sind glücklich und zufrieden mit dem Verlauf des Jahres, Schade nur, dass Burkina Faso ab dem kommenden Jahr für Freiwilligendienste gesperrt wurde und mein Nachfolger nun nach Kamerun gehen wird.



Nach dem Schuljahresende folgten logischerweise die Ferien, von denen ich genau 6 Wochen hier vor Ort habe. Nach einer 10-tägigen Mototour durch Burkina Faso und einem einwöchigem Familienbesuch gehen mir so langsam die Ideen (und die Mittel) aus, was ich noch machen könnte. Insbesondere, da in der Regenzeit hier vieles zum Erliegen kommt, weil die Leute entweder auf dem Feld arbeiten oder sich in ihren Häusern verkriechen. So richtig Lust auf burkinisches Leben habe ich ehrlich gesagt auch nicht mehr. Dazu fehlt mir nach 11 Monaten irgendwie die Energie. Die verbleibende Zeit wird daher wohl so eine Mischung aus Wohnungsauflösung und Souvenirkauf. Schade eigentlich. Gerade in der letzten Zeit sollte man doch profitieren. Doch alles hat seine Grenzen und in meinem Fall ist es die Anpassungsfähigkeit, die sich so langsam von Dannen schleicht. Wie gut, dass es bald nach Hause geht. Eine Rückkehr jedoch keinesfalls ausgeschlossen.

Ups, jetzt habe ich schon wieder so viel geschrieben, dass für die Bilanz gar kein Platz bleibt. Also dann, beim nächsten Mal. Liebe Grüße!