2011-10-16

An und für sich.

An und für sich könnte ich diesen Eintrag genau so nennen, wie den letzten (sprich: Alles ist ganz genau so, wie man es sich vorstellt). In den vergangenen zwei Wochen durfte ich nämlich erleben, dass weiße Touristen (wobei der Gebrauch des Wortes "Tourist" an dieser Stelle die schon fast philosophische Frage aufwirft, welchen Sinn ein Freiwilligendienst erfüllt. Das ist ein heikles Thema und daher spare ich es mir lieber für das (sicherlich kommende) Winterloch auf und nutze weiterhin unbekümmert den Begriff "Tourist".) in der Tat gerne krank werden, da sie die örtlichen Hygieneverhältnisse nicht gewohnt sind und zudem ihren Kreislauf mit den ungewohnten Temperaturen mächtig strapazieren.

An und für sich war ich ja überhaupt nicht krank. Ich hatte den September noch mit am besten von allen überstanden und hatte auch jetzt nur ein bisschen Kopfschmerzen. Das war ja soweit nichts Ungewöhnliches bei mir, schon gar nicht in der Hitze. Die Müdigkeit hatte ich darauf geschoben, dass auf dem Dorf (Ich war am 1. Oktober aufs Dorf aufgebrochen, um in mein eigentliches Projekt zu starten, musste aber auf Grund der nun folgenden Geschichte schon noch zwei Tagen wieder nach Ouagadougou zurückkehren, wo ich mich noch immer befinde.) so viele neue Eindrücke auf mich einprasselten und ich mich ganz neu eingwöhnen musste. Zudem hörte ich den ganzen Tag um mich herum Mooré (die lokale Sprache), was die Ohren doch sehr viel mehr ermüdete als das inzwischen recht geläufige Französisch. Mehr auf das Drängen diverser Leute hin als aufgrund eigener Besorgnis machte ich daher schließlich nach 3 Tagen Kopfschmerzen einen Malariatest. Eine Formsache, dachte ich. Doch das Ergebnis war positiv. Ich musste ganz schön lachen, als ich das Resultat in den Händen hielt, denn wenn das hier Malaria war, dann muss die westliche Welt wirklich einen schönen Schatten haben mit ihrer Panik vor dieser ach-so-schlimmen-und-
gefährlichen Krankheit. Mir ging's doch gut! Also begann ich die Medikamente zu nehmen. Die (Fieslinge!) haben mich dann ganz schön fertig gemacht und mein Inmmunsystem so sehr geschwächt, dass ich in den folgenden anderthalb Wochen von Angina über Magen-Darm-Grippe bis hin zu Schwindel alle Krankheiten und Symptome mitgenommen habe, die das lokale Portfolio so aufzuweisen hat. Ich verließ das Haus schließlich nur noch, um regelmäßig zum Arzt zu gehen und über die neuesten Errungenschaften im Reich der Maladien Bericht zu erstatten. Ansonsten verbrachte ich den Tag schön weit weg von allem, was auch nur in irgendeiner Form burkinisch anmutete, unter meinem Moskitonetz in unserem Haus in Ouaga.

An und für sich geht es mir aber wieder gut. Ab und zu erleide ich noch den Beginn eines Rückfalls, doch die Effekte der Malariamedikamente und Antibiotika dürften zu großen Teilen ausgestanden sein und ich traue mich wieder vor die Tür. Heute werde ich auch wieder aufs Dorf aufbrechen. Ich bin frohen Mutes und freue mich darauf, morgen richtig ins Projekt starten zu können. Mein Leben mit den Schokokrümeln :).

An und für sich würde ich wirklich gerne noch mehr Positives erzählen. Die letzten zwei Wochen geben das aber leider nicht her und daher verbleibe ich in der Hoffnung auf den nächsten Eintrag.

P.S. Hannes ist gut in Down Under gelandet und chillt grad ganz hart. Nähere Infos auf: http://rooksack.blogspot.com/.